Thriller, Krimis, Romane

 

Trauboth, Jörg H. Jakobs Weg. ratio-books. Lohmar. 2021. 350 S. EUR 16,90

 

Ein Blick auf den Anfang der Welt! – ein sensibilisierender reportageartiger Krimi zum Thema sexueller Kindesmissbrauch!

 

Tappeiner, Daniel. Mädchenseelen. dp Verlag. Stuttgart. 2020. 310 S. EUR 11,99

 

 

 Eine wunderbare Thriller-Story mit Luft nach oben beim Thrill.

Wisting

Horst, Jorn Lier. Wisting und der Tag der Vermissten. Cold Cases: Der beste Kommissar Norwegens ermittelt Piper Verlag GmbH. München. 2019. 448 S. EUR 15,-

 

Kalte Spuren und ein Ermittlergespann welches nicht aufgibt.

Jorn Lier Horst, ehemaliger Kriminalhauptkommissar bei der norwegischen Polizei, hat mit Kriminalromanen sein Metier gefunden und schreibt hier eine überschaubare und fesselnde Geschichte aus der Perspektive von drei Protagonisten – Wisting, seiner Tochter Line und Kommissar Stiller. Das macht das Buch lesenswert und lässt einen immer wieder die Protagonisten parallel erleben.

Wisting ist Kommissar und hat seit 24 Jahren einen Fall, der ihn nicht loslässt. Da ist es gut, dass es nun mehr eine Gruppe für die ColdCases gibt mit dem jungen Kommissar Stiller, der sehr engagiert und auch offensiv ermittelt. Dazu kommen noch Wistings Tochter, welche als Journalistin arbeitet und ein paar Kollegen die als Nebenfiguren agieren.

Passend zu den Cold Cases ist das Deckblatt des Buches eine Eislandschaft mit einem Graben der immer weiter aufgeht und damit sehr gut die Geschichte wieder gibt, wenn man das Bild im Nachgang betrachtet.

Mit den Perspektivwechseln der Protagonisten spielt Horst hier mit längeren und kürzeren Tempi und hebt damit immer wieder die Spannung der Geschichte bzw. nimmt Fahrt raus bzw. auf. Das ist eine Kunst, die er sehr gut beherrscht und welche den Leser direkt in die Ermittlungen mitnehmen.

Die Sprache ist sehr einfach und die Kapitel gut strukturiert mit überschaubaren und teilweise sehr kurzen einseitigen Abschnitten. Damit lässt das Buch den Leser immer wieder denken: – noch ein Abschnitt – und so kommt dieser noch schneller voran, da es fesselt und man nicht aufhören kann zu lesen.

Wer Überraschungen und Wendungen erwartet der wird diese nicht unbedingt finden, sondern die Vermutungen beim Lesen gehen meist in die richtige Richtung. Offene Fragen beim Lesen gehen in Richtung: wann wird der Druck zu groß und halten die Protagonisten diesem Stand? Hier entsteht die Spannung der Geschichte und wird den größten Teil des Buches auch hochgehalten.

Ein Buch mit einem spannenden Fall, bei dem die Zeit beim Lesen wie im Flug vergeht. Empfehlenswert und mit Spannung, ob diese Qualität im zweiten und dritten Teil der Buchreihe gehalten werden kann.

Das Buch ist kurzweilig und empfohlen für Leser, welche gern Kriminalromane lesen.

 

 

Kern, Björn. Solikante Solo. S. Fischer Verlag GmbH. Frankfurt am Main. 2021. 336 S. EUR 16,00

 

 

 

 Alltagsressentiments einer Beziehung zwischen Brandenburg – Berlin, Provinz – Metropole, Ökologie und Dekadenz.

Eiskalte Provence

Lagrange, Pierre (Koch, Sven). Eiskalte Provence. Ein neuer Fall für Albin Leclerc. S. Fischer Verlag GmbH. Frankfurt am Main. 2020. 368 S. EUR 15,00

 

Ein packender Provence-Krimi mit einigem Hintergrundwissen.

Sie stellen sich Weihnachten in der Provence idyllisch vor? Dann ist dieser Krimi das Kontrastprogramm mit einem eiskalten Mord, einer Sekte und dem alljährlichen Weihnachtsstress. Der Song Last Christmas als Krimi.

Pierre Lagrange das Pseudonym von Sven Koch legt hier den sechsten Fall seines Provence-Commissaires Albin Leclerc in einem sanften und gut geschriebenen Krimi vor. Die Kapitel sind kurzweilig und knackig.

Leclerc ist bereits in Rente und kann dabei nicht abschalten, so mischt er sich als polizeilicher Berater weiterhin in die Ermittlungsarbeit seiner Ex-Kollegen Castel und Theroux ein als wäre er nie weg gewesen und ihr Vorgesetzter. Diese beiden kennen ihn bereits und obwohl es nervt haben sie sich mit Leclerc arrangiert, hat er doch bislang irgendwie immer den richtigen Riecher gehabt. Leclerc geht immer wieder in das innerliche Zwiegespräch mit seinem Hund, was für mich erstmal gewöhnungsbedürftig war und teilweise auch lustige Momente hatte.

Im aktuellen Fall geht es um einen scheinbaren Ritualmord an der jungen Stéphanie Kaufmann in einer Steinhütte bei La Roque-sur-Pernes. Wie ist sie da hingekommen und wer könnte die Tat in dem scheinbar idyllischen Ort begangen haben? Und wieso trägt die Leiche ein Brautkleid?

Die Protagonisten sind sehr gut überschaubar und auch in dem kleinen Dorf sind die Orte der Handlung gut erlebbar. Der Autor garniert wundervoll die Ermittlungen mit den privaten Vorbereitungen Leclercs für das Weihnachtsfest und zeigt die Traditionen der Provence mit sicherlich für viele Leser neuem Hintergrund auf – so z.B. einer Crèche provençale mit seinen Santons oder dem Festtagsmenü mit den dreizehn traditionellen Desserts. Das macht Laune und damit kann man sehr gut im Internet nachforschen und einsteigen in die Welt der Provence.

Lagrange fügt diesem Krimi dann Hintergrundwissen zu den Banater Schwaben und den aus Rumänien nach Frankreich Zugezogenen Einwanderern hinzu und fügt diese in den Krimi in Verbindung mit einer Sekte christlicher Fundamentalisten ein. Diese gefährden die Menschen in der Provence. Das ist spannend und macht neugierig.

Es gibt auf alle Fälle einen richtigen Showdown und ein actionreiches Ende und die Spannung steigert sich nach anfangs sehr idyllischen und langsam vorangehenden Ermittlungen immer mehr.

Die Mischung aus Privatem und Ermittlungen war mir anfangs zu viel, da dieses immer wieder die Spannung genommen hat jedoch für Provence-Fans sehr erkenntnisreich. Auf alle Fälle macht das Buch Lust auf einen Besuch der Provence in der Weihnachtszeit.

 

4 Santons für diesen Provencekrimi!